Monday, 1 November 2010

BURIED - LEBENDIG BEGRABEN

Ein einziger (sichtbarer) Schauspieler, ein Handy, eine Flasche Wasser, diverse Beleuchtungsutensilien und ein Sarg - ein sehr mutiges und außergewöhnliches Konzept für einen Vollzeitspielfilm.
Was am Anfang (zu) stark an ein Remake dieses fantastischen niederländischen Films, dessen Name mir nicht einfällt und an dessen Ende auch jemand lebendig begraben wird erinnert, löst sich glücklicherweise alsbald hiervon und gewinnt einen eigenständigen, bedrückenden Reiz, der jedoch im Weiteren durch zu lange Phasen gepflegter Langeweile wieder zerstört wird. Politischer Thriller oder persönliches Drama - der Film entscheidet sich nicht, was er eigentlich sein will und dümpelt zwischen diesen beiden Ankerpunkten eher lustlos hin und her.

Ryan Reynolds füllt zwar seinen Sarg schauspielerisch sehr anständig aus, tut das aber nicht so überragend wie Uma Thurman in Kill Bill und zeigt dabei sowohl bezüglich seiner sozialen Bindungen als auch der politischen Großwetterlage lediglich die intellektuelle Auffassungsgabe eines behinderten Goldhamsters, der viel zu langsam zu der Erkenntnis kommt, das Krieg scheiße ist und dem profitierenden herrschenden Monopolkapital imperialistischer Prägung ein Menschenleben im Allgemeinen und sein Menschenleben im Besonderen eher am Arsch vorbeigeht. Das hätte man auch vorher ahnen können.
Dann hätte sich eine Vermeidungsstrategie angeboten, oder wenigstens das vorherigen Kung-Fu - Erlernen bei Pei Mei :)

Kurz: Stilistisch toll, kommerziell mutig, inhaltlich Banane.

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